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Geschichte

 

 

Eigentlich müsste der Ort (Wasser)Burg Ricklingen heißen, denn diese wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt. Sie wurde von Conrad dem II. von Roden direkt an der Leine zum Schutz seiner Besitzungen erbaut. Der Sage nach soll die Burg eine sehr wehrhafte Festung gewesen sein, bstehend aus einem Geviert mit vier Ecktürmen und einem runden Hauptturm in der Mitte. Der Hauptarm der Leine und die sumpfigen Wiesen boten auf der Südseite genügend Schutz, so dass nur drei Seiten mit starken Wällen und Mauern ausgestattet werden mussten. Um die Burg lag baumloses Weideland. Die Burg beherrschte den nördlich an ihr vorbei führenden Königsweg und wurde auch für die viel später einsetztende Leineschifffahrt bedeutsam. Aus wahrscheinlich planmässigen Ansiedlungen von Unfreien und Handwerkern im Schutz der Burg entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein kleines Dorf.

1333 ging die Burg in den Besitz der Herzöge Otto und Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg, die von hier aus ihre Raubzüge ins Umland unternahmen. Besonderen Einfluss hatte das auf die Leineschifffahrt, da es den regen Warenhandel der bremischen und hannoverschen Kaufleuten schwer beeinträchtigte. Aus diesem Grund wurden zwischen diesen Städten und den räuberischen Rittern um 1375 förmliche Verträge abgeschlossen, die einen ungehinderten Handel zulassen sollten. Der zeitgenössischer Ausspruch: "Wir sind noch nicht an Ricklingen vorbei!" fand zu dieser Zeit seinen Ursprung.

Im Jahre 1385 zog Herzog Albrecht von Sachsen vor die Burg. Er belagert sie, um seinen hier residierenden Vasallen Dietrich von Mandelsloh wegen Landfriedensbruch und anderer Vergehen zur Raison zu bringen. Der Herzog ist dann sehr wahrscheinlich auf diesem Hügel durch das steinerne Geschoss einer Blyde (Wurfmaschine) so schwer verwundet worden, dass er kurz darauf in Neustadt am Rübenberge starb. Er wurde später in Wittenberg begraben.

Einer Sage nach soll die Tochter des Burgherren, Sofie von Mandelsloh, den Stein auf den Herzog abgefeuert haben. An der Stelle, von wo aus der Herzog Albrecht seine Burgerstürmung leitete, steht noch heute das 1610 errichtete Denkmal, mit dem Stein, der zum Tode des Herzogs geführt haben soll.

Durch die Belagerung wurde die Übergabe der Burg gegen freien Abzug erzwungen.

Die Burg wurde bald danach erobert und zerstört.

Stich nach Merian ca. 1653

 

 

 

 

 
 

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